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Ratgeber

Assistenzarzt, Facharzt, Oberarzt, Chefarzt: die Stufen im Krankenhaus

Was hinter den vier Bezeichnungen steckt, wie der Tarifvertrag sie definiert und welche Arbeitgeber solche Stellen ausschreiben.

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Vier Bezeichnungen, eine Laufbahn

In Anzeigen für Klinikstellen tauchen fast immer dieselben vier Bezeichnungen auf. Gemeint sind keine getrennten Berufe, sondern Stationen einer ärztlichen Laufbahn. Nach der Approbation startest du meist als Assistenzärztin oder Assistenzarzt und arbeitest auf die Facharztanerkennung hin. Danach können Oberarzt- und Leitungsfunktionen folgen, je nach Haus, Fachgebiet und eigenem Plan.

Der TV-Ärzte/VKA, der Tarifvertrag für Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern, ordnet diese Stationen in vier Entgeltgruppen ein. Seine Definitionen helfen dir, eine Anzeige einzuordnen, auch wenn ein Haus eigene Titel verwendet.

StufeSchwerpunkt im AlltagEinordnung im TV-Ärzte/VKA
AssistenzarztStationsarbeit, Aufnahmen, Dienste, Weiterbildung im GebietÄ 1: Ärztin oder Arzt mit entsprechender Tätigkeit
Facharzteigenständige Versorgung im Fachgebiet, Anleitung jüngerer Kolleginnen und KollegenÄ 2: Tätigkeit nach abgeschlossener Facharztweiterbildung
OberarztVerantwortung für einen Teil- oder FunktionsbereichÄ 3: Verantwortung vom Arbeitgeber ausdrücklich übertragen
ChefarztLeitung der Klinik oder Abteilungnicht erfasst, wenn einzelvertraglich geregelt; Ä 4 gilt für die ständige Vertretung

Assistenzarzt und Facharzt

Die Weiterbildung zur Fachärztin oder zum Facharzt läuft nicht in einer Schule, sondern im Job. Die Bundesärztekammer beschreibt sie als angemessen vergütete, hauptberufliche ärztliche Tätigkeit an zugelassenen Weiterbildungsstätten. Welche Zeiten und Inhalte du nachweisen musst, steht in der Weiterbildungsordnung deiner Landesärztekammer. Am Ende stehen Zeugnisse der Weiterbildungsbefugten und eine Prüfung.

Als Facharzt im Sinne des Tarifvertrags gilt, wer aufgrund abgeschlossener Facharztweiterbildung in seinem Fachgebiet tätig ist. Die Anerkennung allein reicht also nicht, die ausgeübte Tätigkeit muss dazu passen.

Oberarzt und Chefarzt

Oberärztin oder Oberarzt ist keine Bezeichnung der Ärztekammer, sondern eine Funktion. Der Tarifvertrag knüpft die Gruppe Ä 3 daran, dass der Arbeitgeber dir die medizinische Verantwortung für einen selbstständigen Teil- oder Funktionsbereich der Klinik oder Abteilung ausdrücklich überträgt. Entscheidend ist also die übertragene Verantwortung, nicht allein der Titel. Frag bei einer Oberarztstelle nach, welcher Bereich konkret gemeint ist.

Die Gruppe Ä 4 betrifft die leitende Oberärztin oder den leitenden Oberarzt, also die ständige Vertretung der Chefärztin oder des Chefarztes in der Gesamtheit der Dienstaufgaben. Laut Tarifvertrag erfüllt das innerhalb einer Klinik in der Regel nur eine Person. Für Chefärztinnen und Chefärzte selbst gilt der TV-Ärzte/VKA nicht, wenn ihre Arbeitsbedingungen einzelvertraglich vereinbart sind.

Wer solche Stellen anbietet

Viele Anzeigen auf dieser Seite kommen aus Krankenhäusern. Kommunale Häuser wenden den TV-Ärzte/VKA an, Universitätskliniken den TV-Ärzte/TdL. Für mehrere private Klinikketten, die BG Kliniken und den Medizinischen Dienst hat der Marburger Bund eigene Tarifverträge abgeschlossen. Daneben suchen Praxen, Medizinische Versorgungszentren und arbeitsmedizinische Dienste Ärztinnen und Ärzte, dort gelten jeweils eigene Vertragsregeln.

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